Geschichte Osteuropas und Südosteuropas
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Armenische Studenten an den Universitäten in Deutschland und der Schweiz vom Ende des 19. Jahrhunderts und bis zum Ausbruch des Ersten Weltkriegs

Dissertation von Arpine Maniero

Betreuer: Martin Schulze Wessel

Die Dissertation beschreibt Modernisierungsprozesse, welche die armenische Gesellschaft im Laufe des 19. Jahrhunderts und um die Jahrhundertwende prägten, vor dem Hintergrund der Bildungsmigration und des darauf folgenden Wissenstransfers. Dabei wurde von der These ausgegangen, dass das Auslandsstudium junger Armenier die Basis, ja den Ausgangspunkt zentraler gesellschaftlicher Reformen bildete. Die Professionalisierung in verschiedenen Bereichen, aber auch die Etablierung bestimmter an den europäischen politischen, wissenschaftlichen wie kulturellen Diskursen orientierten Entwicklungen waren ein direktes Resultat des Auslandsstudiums junger Armenier, die auf ihren professionellen Erfahrungen basierten bzw. direkt aus ihren transnationalen Kontakten erwuchsen.
Gefragt wurde nach den akademischen, sozialen und gesellschaftlichen Erfahrungen, die diese Studenten im Ausland machten, den daraus hervorgegangenen Reforminitiativen sowie nach deren Resonanz in der armenischen Gesellschaft. Diese Fragen wurden vor dem Hintergrund der Bildungspolitik des Russländischen Reiches einerseits und der Bildungssituation der Ausländer in Deutschland und in der Schweiz andererseits diskutiert. Besondere Aufmerksamkeit widmete ich dabei dem Studium armenischer Frauen, dem Stipendienwesen in Armenien sowie der Gründung und dem Selbstverständnis armenischer studentischer Vereine.
Das Projekt wirft neue Perspektiven auf die Bildungsmigration der Armenier am Ende des 19. und zu Beginn des 20. Jahrhunderts, bietet darüber hinaus auch Anregungen für die neuere Forschung, die vor allem die Modernisierungsprozesse in Armenien in den Fokus nimmt.


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