Geschichte Osteuropas und Südosteuropas
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Dissertationsprojekt: Das Amerika- und Russlandbild in der Tschechoslowakei und deren Nachfolgestaaten


In dem Promotionsprojekt soll das Russland- und das Amerikabild in der Erinnerungskultur der Tschechoslowakei und deren Nachfolgestaaten untersucht werden. Dazu werden verschiedene Medien der kollektiven Erinnerung – Schulbücher, Feiertage, Straßennamen, Museen und Denkmäler – analysiert und es wird gezeigt, wie sich die Darstellung und die öffentliche Wahrnehmung der beiden Großmächte, die im Diskurs oft für den Gegensatz zwischen Ost und West stehen, mit dem Umbruch 1989 verändert haben. Ausgehend von der Annahme, dass das Fremdbild stets auch das Selbstbild enthält, soll anhand der Amerika- und Russlandbilder gezeigt werden, wie sich Slowaken und Tschechen in die Ost-West-Dichotomie einordnen und wie sie ihr Verhältnis zu Russland und Amerika definieren. Weil die öffentliche Erinnerungskultur eng mit der Politik zusammenhängt, soll diese Analyse stets vor dem Hintergrund der politischen Rahmenbedingungen erfolgen und die Interessen politischer Akteure an der Erzeugung bestimmter (positiver oder negativer) Fremdbilder berücksichtigen. Auch soll die Frage beantwortet werden, ob es zwischen der Slowakei und Tschechien nach der Trennung 1993 Differenzen in der Erinnerungskultur gab und inwieweit diese auf die unterschiedlichen politischen Entwicklungen in diesen Ländern zurückzuführen sind. Damit soll die Wechselwirkung zwischen Politik und Geschichte bei der Erzeugung öffentlicher Fremdbilder näher beleuchtet werden.