Geschichte Osteuropas und Südosteuropas
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Dissertationsprojekt: Russen – Juden – Deutsche. Integration russisch-jüdischer Kontingentflüchtlinge in der deutschen und der deutsch-jüdischen Gesellschaft.

Voller Titel: Russen – Juden – Deutsche. Integration russisch-jüdischer Kontingentflüchtlinge in der deutschen und der deutsch-jüdischen Gesellschaft. Internationale Medienuntersuchung russischsprachiger Quellen.

Betreuer: Prof. Dr. Martin Schulze Wessel und Prof. Dr. Michael Brenner

Förderung: ZEIT-Stiftung Ebelin und Gerd Bucerius (Programm „Deutschland und seine östlichen Nachbarn - Beiträge zur europäischen Geschichte“)

Über 200.000 so genannte Kontingentflüchtlinge aus der ehemaligen Sowjetunion sind nach Deutschland eingereist, seit die erste gesamtdeutsche Ministerpräsidentenkonferenz 1991 die Aufnahme sowjetischer Juden beschlossen hat. Diese Zuwanderung hat das jüdische Leben in Deutschland grundlegend verändert: Einerseits hat sie viele jüdische Gemeinden wiederaufleben lassen, andererseits hat sie auch zu Problemen geführt.

Obwohl inzwischen zahlreiche Studien über russisch-jüdische Migranten existieren, beschäftigt sich keine von ihnen mit der Perspektive der russischen Juden selbst auf die eigene Zuwanderung: Russischsprachige Quellen werden zumeist außer Acht gelassen, obwohl sie einen authentischen Einblick in die Entwicklungsprozesse und Gedanken der Kontingentflüchtlinge gewähren können. Die angestrebte Arbeit soll mithilfe einer Analyse russischsprachiger jüdischer Medienerzeugnisse diese Lücke schließen. Dabei soll die Frage beantwortet werden, inwiefern die Integration der russischen Juden in der deutschen, aber auch in der deutsch-jüdischen Gesellschaft gelungen ist. Dazu wird in einem ersten Schritt untersucht, wie die neue Identitätsbildung der Kontingentflüchtlinge in Deutschland vor dem Hintergrund des geschichtsbelasteten Dreiecks Russen – Juden – Deutsche verläuft. Gleichzeitig soll aber auch analysiert werden, wie das Aufnahmeland durch den Einfluss dieser Zuwanderer mit verändert wird. Insbesondere soll bei diesem Forschungsvorhaben auf die Frage eingegangen werden, inwiefern sich die Kontingentflüchtlinge – ob in- oder außerhalb der Gemeinden – als Juden definieren und somit Einfluss auf das deutsch-jüdische Verhältnis nehmen. Die geplante Arbeit soll als Fallstudie des Transnationalismus-Prozesses angelegt werden.