Geschichte Osteuropas und Südosteuropas
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Lehrstuhl für Russland-Asien-Studien

30.10.2015

Kurzporträt des Lehrstuhls Russland-/Asienstudien

Seit dem Zeitalter der Aufklärung bildet der Vergleich Russlands mit dem Westen (Europas) eine Zentralperspektive der Osteuropaforschung. Russland als europäische Macht, als „verspätete“ Industrienation, als Blüte der europäischen Kultur oder als Gegenspieler im Ost-West-Konflikt waren lange Zeit die Standardthemen. Erst mit der Renaissance der Imperiumsforschung in den 1990er Jahren gerieten das Zarenreich und die Sowjetunion nicht nur wieder als Vielvölkerreiche in den Blick, sondern auch als größte und einflussreiche Staaten in Asien.

Der in seiner Konzeption einzigartige Lehrstuhl „Russland-/ Asienstudien“ untersucht sowohl die wie auch immer als asiatisch definierten Gebiete, Bewohner und Kulturen des Zarenreichs (beziehungsweise der UdSSR) als auch die Verflechtungen Russlands mit seinen asiatischen Nachbarn in Geschichte und Gegenwart. Russland-/ Asienstudien analysieren jedoch nicht nur grenzübergreifende Prozesse und Zusammenhänge, sondern überschreiten auch selbst disziplinäre Grenzen zwischen der Osteuropaforschung und benachbarten Fächern wie der Turkologie, Sinologie und Japanologie.

Geographisch geht es um die Landmasse zwischen Schwarzem Meer, Polarmeer und Nordpazifik, chronologisch um den Zeitraum nach der Eroberung Sibiriens im 17. Jahrhundert. Die West-Ost Expansion des Zarenreichs verklammerte diese Gebiete, hat aber keine klar umrissene, eurasische Weltregion geschaffen. Vielmehr sind in dem skizzierten, dynamischen Untersuchungsrahmen sehr unterschiedlich gedeutete Räume entstanden. Darin eingebundene Vorstellungen von Russland, Russland/Asien und Asien finden am Lehrstuhl besondere Aufmerksamkeit.

Zum Team des Lehrstuhls gehören neben dem Lehrstuhlinhaber Andreas Renner: Markus MirschelElke S. Hartmann, (wissenschaftliche Mitarbeiterin), Kornelia Hohenadler (Sekretariat), die Promovierenden Helena HolzbergerRuslan Mitifanov und David Hallbeck, Takehiko Inoue (Gastwissenschaftler) sowie die studentischen Mitarbeiter David Khunchukashvili, Dan Aradovsky und Frieda Ottmann.


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