Geschichte Osteuropas und Südosteuropas
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Artur Hilgenberg

Artur Hilgenberg, M.A.

Doktorand

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Graduiertenschule für Ost- und Südosteuropastudien
Universität Regensburg
Landshuter Str. 4
D-93047 Regensburg

Telefon: +49 (0)941 / 943 – 5339

Promotionsprojekt (Zweitbetreuung durch Prof. Dr. Herzberg)

Der Gemeindebesitz der Donkosaken. Entstehung und Entwicklung bis 1835

Die Donkosaken haben eine tiefe Spur in der russischen Geschichte hinterlassen. Durch die Teilnahme an den Kriegen des Moskauer Staates und des Russländischen Imperiums trugen die Donkosaken nicht unwesentlich zur Expansion des Zarenreiches bei. Aus den Reihen des Donschen Heeres entstammten aber auch solche berühmten Rebellenführer wie Stepan Razin und Emel'jan Pugačev, die mit blutigen Aufständen die Grundfesten der Zarenherrschaft erschütterten. Im Vergleich zu solchen militärischen Höhepunkten spielte jedoch das wirtschaftliche und soziale Zusammenleben der Donkosaken in der Geschichtsschreibung eine eher untergeordnete Rolle.

Die ökonomische Grundlage der Donkosaken bildete ihr Grundbesitz, der ihnen als Entlohnung für ihre militärischen Dienste vom Zaren zugesprochen wurde. Umso bemerkenswerter ist die Tatsache, dass der einzelne Donkosak nicht individuell über sein Land verfügte, sondern gemeinsam mit den anderen Mitgliedern seiner Gemeinde, der sogenannten Stanica. Das Statut des Donschen Heeres aus dem Jahre 1835, unter Berufung auf angeblich bereits bestehende, althergebrachte Normen, verbot den Übergang von Kosakenland in Privateigentum und regelte die Verwendung des Gemeindebodens der einzelnen Stanicy folgendermaßen: das Wiesenland unterlag der gemeinsamen Verwendung, während das Ackerland und die Heuschläge unter den einzelnen Gemeindemitgliedern zur individuellen Nutzung aufgeteilt wurden. Somit bildete der Gemeindebesitz der Donkosaken auf den ersten Blick eine direkte Analogie zur Feldgemeinschaft der russischen Bauern. Bezüglich dieser bäuerlichen Umteilungsgemeinde, die als mir bekannt ist, kann gesagt werden, dass sie im Wesentlichen aufgrund der Einführung der Kopfsteuer durch Peter den Großen und der Kollektivhaftung der Bauern für Steuerzahlungen und Feudallasten entstanden ist. Die Entstehung des kosakischen Gemeindebesitzes kann jedoch nicht durch fiskalische Ursachen erklärt werden, da die Kosaken nicht steuerpflichtig waren. Ausgehend von diesem Problem, stelle ich mir in meinem Dissertationsprojekt die Frage, welche Faktoren zur Entstehung des Gemeindebesitzes der Donkosaken geführt haben und wie er sich bis zu seiner Kodifizierung im Jahre 1835 entwickelte?

Curriculum Vitae

Geboren 1990 in Dsheskasgan/Kasachstan. Von 2010 bis 2017 Geschichtsstudium an der Universität Leipzig; Thema der Masterarbeit: „Die sowjetische Wirtschaftsreform 1965-1970. Chance zur Erneuerung oder Sackgasse?“; von April 2015 bis Juni 2017 wissenschaftliche Hilfskraft am Lehrstuhl für Ost- und Südosteuropäische Geschichte an der Universität Leipzig; seit November 2017 Promotionsstipendiat der Graduiertenschule für Ost- und