Geschichte Osteuropas und Südosteuropas
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Promotionsprojekt

Die Anfänge des letzten Zarentums: Politische Eschatologie in der Moskauer Rus’ zwischen Byzanz und dem Heiligen Römischen Reich

Das Ziel des Forschungsvorhabens ist es, die Wirkung der politischen Eschatologie auf die Entstehung und Entwicklung der Vorstellung vom christlichen Zarentum in der Moskauer Rus’ in transkultureller Perspektive zu untersuchen. Unter der politischen Eschatologie wird im Rahmen des Projekts jene Form der Eschatologie verstanden, in der das Ende der Welt im Zusammenhang mit der Existenz eines Imperiums bzw. eines Staates gebracht wird. Sie basiert auf den prophetischen Träumen des Buches Daniel sowie auf dem Katechon-Gedanken aus dem 2. Paulinischen Brief an die Thessalonicher. Dieses Gedankengut ist nicht per se politisch. Zur politischen Eschatologie wird es erst dadurch, dass es zum Zweck von Herrschaftslegitimation bzw. von Herrschaftskritik herangezogen wird. Im Projekt wird die folgende These vertreten: Im Vergleich zu Byzanz und dem Heiligen Römischen Reich waren die Herrschaftsvorstellungen in der Moskauer Rus’ nicht imperial-eschatologisch, sondern vor allem soteriologisch-eschatologisch konzipiert. Im Zentrum der Untersuchung steht der Vergleich der eschatologischen Herrschaftsvorstellungen in der Moskauer Rus’ und dem Heiligen Römischen Reich. Das wichtigste Ziel ist dabei, die russische Variante der politischen Eschatologie in einen breiten europäischen Kontext einzuschreiben.