Geschichte Osteuropas und Südosteuropas
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Lehrveranstaltungen im Wintersemester 2011/12

Vorlesung: Russland im 19. Jahrhundert in transnationaler Perspektive

(dienstags 10-12 Uhr, Hauptgebäude A125)

Beginn: 18.10.2011; Ende: 07.02.2012

Die Geschichtsschreibung hat unterschiedlichste Perspektiven auf Russland im 19. Jahrhundert geworfen: Lange Zeit überwog eine Sichtweise, die Russlands Geschichte in dieser Zeitperiode auf eine Vorgeschichte der Sowjetunion verkürzte und auf den Kollaps des Zarenstaates im Jahre 1917 fixiert war. Dagegen hebt eine jüngere Sichtweise die modernisierenden Elemente Russlands vor 1917 hervor und interpretiert Russland eher im Vergleich der imperialen Ordnungen Kontinentaleuropas und Asiens. Dabei hat die Frage von Russlands Verhältnis zu Europa seine Bedeutung behalten. Die Vorlesung überprüft diese verschiedenen Forschungstraditionen und -interpretationen und stellt wesentliche Aspekte der politischen, sozialen, wirtschaftlichen und kulturellen Geschichte Russlands vor: Seine Verwicklung in die großen Kriege (von den napoleonischen Kriegen bis zum Ersten Weltkrieg); die Versuche, die politische und soziale Ordnung zu reformieren; kultureller Wandel und die zunehmenden Spannungen zwischen einer übernationalen dynastischen Ordnung und aufkommenden Nationalismen sowie Transformationsprozesse von einer Ständegesellschaft hin zu einer Klassengesellschaft mit modernen sozialen Bewegungen.

Prüfungsform im BA und im modularisierten Lehramt: KL.

Literatur: Bernd Bonwetsch: Die russische Revolution 1917: Eine Sozialgeschichte von der Bauernbefreiung bis zum Oktobersturz. Darmstadt 1991; Carsten Goehrke: Russischer Alltag. Eine Geschichte in neun Zeitbildern. Bd. 2: Auf dem Weg in die Moderne. Zürich 2003; Alexander Polunov: Russia in the Nineteenth Century: Autocracy, Reforms and Social change 1814-1914. Armonk, NY 2005; Dominic Lieven (Hrsg.): The Cambridge History of Russia. Vol. II: Imperial Russia, 1689-1917. Cambridge et al. 2006 (die entsprechenden Abschnitte).

Übung: Napoleon in Russland, Zar Alexander I. in Paris und Wien

(dienstags 16-18 Uhr, Historicum K026)

Beginn: 18.10.2011; Ende: 07.02.2012

Im Jahr 2012 jährt sich zum zweihundertsten Mal die Invasion Napoleons in Russland und die Schlacht von Borodino, das nur einige Kilometer vor Moskau lag. Der Sieg Russlands über Frankreich bzw. die europäischen Truppen in diesem Krieg gehört bis heute in Russland zu den herausragenden positiven Bezugspunkten eines nationalen Geschichtsbildes. Die Übung möchte anhand von Quellentexte, aber auch von Bildquellen, sowie der Forschungsliteratur die Frage nach der Bedeutung dieses Ereignisses und dieser Zeitepoche zwischen französischer Revolution und dem Wiener Kongress 1814-15 für die Geschichte Russlands und Europas stellen. Sie möchte darüber hinaus Aspekte der Erinnerungskultur an das Ereignis zwischen 1812 und 2012 untersuchen.

Prüfungsform im BA und im modularisierten Lehramt: RE.

Literatur: Claus Scharf (Hrsg.): Die Geschichte der Zerstörung von Moskau im Jahre 1812 von Anton Wilhelm Nordhof. München 2000; Alexander M. Martin: The Russian Empire and the Napoleonic Wars. In: Philip G. Dwyer (Hrsg.): Napoleon and Europe. Harlow et al. 2001, S. 243-287; Dominic Lieven: Russia and the Defeat of Napoleon (1812-14). In: Kritika: Explorations in Russian and Eurasian History 7 (2006) No.2, S. 283-308.


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