Geschichte Osteuropas und Südosteuropas
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Dissertationsprojekt: "Die Rolle zivilgesellschaftlicher Akteure bei der konstruktiven Konfliktbearbeitung ethnopolitischer Konflikte – Albaner und Makedonen in Makedonien"

Betreuerin: Prof. Marie-Janine Calic

Bei ethnopolitischen Konflikten wird zumeist die Frage nach den staatlichen Minderheitenschutzmechanismen gestellt. Um einen dauerhaften Frieden zu gewährleisten ist aber die Beteiligung der gesellschaftlichen Akteure von besonderer Bedeutung. Ziel der Arbeit ist die Untersuchung der Rolle zivilgesellschaftlicher Akteure in ethnischen Konflikten, vor allem deren Rolle bei der Beilegung dieser Konflikte.

Dazu wird das Fallbeispiel der Republik Makedonien herangezogen, in der der 2001 gewaltsam eskalierte Konflikt zwischen Albanern und Ma¬kedonen zwar vordergründig befriedet worden ist, aber immer noch als einer der wichtigsten destabilisierenden Faktoren des Landes wahrgenommen wird.

Die forschungsleitende Frage ist daher: Welche Rolle haben zivilgesellschaftliche Akteure bei der Beilegung des makedonisch-albanischen Konfliktes in Makedonien gespielt? Dabei soll vor allem der Zeitraum nach 2001 untersucht werden. Seitdem die damaligen bewaffneten Auseinandersetzungen zwischen makedonischen Sicherheitskräften und albanischen Aufständischen beendet wurden, nimmt die Zivilgesellschaft ihren Einfluss auf die interethnischen Beziehungen verstärkt wahr.

Methodisch werden hierzu drei Akteursgruppen herangezogen: (lokale, vor allem konfliktbearbeitende) Nichtregierungsorganisationen, Medien und verschieden Protestgruppen. Die Rolle dieser Akteursgruppen wird in ein funktionalistisches Modell übertragen, das zivilgesellschaftliche Konfliktbearbeitung in sieben Funktionen unterteilt: Protection, Monitoring, Advocacy, Socialisation, Social Cohesion, Intermediation/Facilitation und Service Provision.  

Die Arbeit soll Antworten darauf liefern, welche dieser Funktionen von zivilgesellschaftlichen Akteuren in Makedonien auf welche Weise erfüllt werden, und welche Faktoren dabei förderlich oder hinderlich waren. Darüber hinaus dürften die Ergebnisse zumindest begrenzt auch auf andere Kontexte übertragbar sein.