Geschichte Osteuropas und Südosteuropas
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Forschungsprojekt "Zukunft auf dem Dorf. Planungen und Utopien für den ländlichen Raum in Polen und Jugoslawien – 1918-1939/41"

Das Forschungsprojekt beschäftigt sich mit den Konzepten für die Zukunft des ländlichen Raumes im östlichen Europa der Zwischenkriegszeit. Anhand der 1918 neu entstandenen Nationalstaaten Polen und Jugoslawien werden die Positionen von politischen und wirtschaftlichen, religiösen und wissenschaftlichen Eliten untersucht - d.h. von Bauernparteien, bäuerlichen Vereinen und Genossenschaften, von Agrapolitikern und Agrawissenschaftlern.

Wie konzipierten unterschiedliche Akteure die zukünftige gesellschaftliche Rolle von Bauern, dem ländlichen Raum und der landwirtschaftlichen Produktion? Auf was meinte man sich vorbereiten zu müssen? Auch für heutige Debatten ist dabei die Frage entscheidend, auf welche Weise Experten meinten, den ländlichen Raum strukturell verändern und verbessern zu können, auch um die bäuerliche Bevölkerung stärker gesellschaftlich zu integrieren. Welche ideologischen oder religiösen Überzeugungen, welche wissenschaftlichen Konzepte und welche Entwicklungs- und Staatskonzepte konkurrierten an dieser Stelle miteinander und prägten die Problemanalysen?

Das Projekt untersucht die Topoi, Narrative und Strategien von Zukunftsplanungen in drei Akteurs- und Diskursfeldern: im politisch-konzeptionellen, im international vernetzten wissenschaftlichen sowie im kulturellen und religiösen Feld beider Länder. Die Akteursnetzwerke werden globalgeschichtlich untersucht. Polen und Jugoslawien bildeten eigene Diskurse innerhalb des europäisch und weltweit verflochtenen agrarischen Zukunftsdenkens, daher sollen sowohl Übernahmen als auch originäre Prägungen betrachtet werden.

 

(Gefördert durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung | Projektzeitraum 2017-2020)