Geschichte Osteuropas und Südosteuropas
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Holger Zaunstöck (Halle)

Moscovitsche Sachen. Objekte aus Russland in der Kunst- und Naturalienkammer der Franckeschen Stiftungen zu Halle (1736/41)

09.02.2023 14:15 Uhr – 16:45 Uhr

Oberseminar der Professur für Geschichte Russlands und Ostmitteleuropas in der Vormoderne

Vortrag im Rahmen des gemeinsamen Kolloquiums „Aufklärung(en) in Ost- und Westeuropa“ mit Prof. Dr. Isabelle Deflers (Universität der Bundeswehr München)

Die Veranstaltung findet per Zoom statt:
https://lmu-munich.zoom.us/j/99897049917?pwd=Yzd0NklJMnR2OUZoWFdVb2IwRTZwQT09
Meeting-ID: 998 9704 9917
Kenncode: 302314

Abstract

Die Frühe Neuzeit war eine Epoche des Sammelns. Das Zusammentragen, Ordnen und Präsentieren von Objekten war eine Praxis der Wissensgenerierung – aber nicht nur dies. Sammlungen waren Orte der Kommunikation, in denen man sich über Wissen ausgetauscht hat und in denen unterschiedliche Narrative mit Objekten verdinglicht erzählt wurden. Sammlungen waren multifunktional. So zeichnet sich die Kunst- und Naturalienkammer im Waisenhaus in Halle (1736–1741 eingerichtet) dadurch aus, dass sie vielfältigen Zwecken diente – von der Frömmigkeit über die Pädagogik bis zur Historisierung. Sie bildet im Makrokosmos-im-Mikrokosmos Schema die global gedachte und (tendenziell) praktizierte Reichgottesarbeit der Pietisten ab. Auch Russland war dabei ein Handlungsfeld und Sammlungsgebiet im frühen 18. Jahrhundert. Der Vortrag thematisiert die russischen Objekte in der Kunst- und Naturalienkammer, stellt diese im Überblick kontextualisiert vor und fragt nach den Handlungsoptionen, die von den Objekten ausgingen bzw. die mit ihnen möglich waren (und sind). Dabei werden Konturen eines subjektiven, selektiven aber komplexen Wissens-Reservoirs erkennbar. Die aus Russland stammenden Dinge evozieren dabei im Arrangement der Kammer auch die Frage nach dem Verhältnis von Aufklärung und Pietismus. Ein Werkstattbericht.


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